Pädagogische Arbeit
Kunstpädagogische Projekte mit Schülern
Selbsterfahrung und Korrektur im spielerischen und zugleich ernsthaftem künstlerischen Tun
zurückIn jeglicher künstlerischer Tätigkeit, ob mit dem Pinsel, dem Zeichenstift, dem Mosaikstein oder der plastischen Form steckt ein Stück unbefangener Selbsterfahrung. Der Schüler erlebt sich im künstlerischen Tun und sieht im Gegenüber seines Übungsstückes ein unmittelbar erlebbares Ergebnis.
An diesem Ergebnis kann nun mit Hilfe des erfahrenen Pädagogen gearbeitet werden, es können Verbesserungen entstehen und möglicherweise auch ein gestalterisches "Nadelöhr" durchschritten werden. Vielleicht muss auch ein begonnener Gestaltungsweg aufgegeben und ein neuer Weg gesucht werden.
In allen Fällen ist aber Aktivität, Engagement und innere Beteiligung des Schülers gefordert. Wenn ihm die Arbeit Spaß macht, kann eine Stimmung des Aufbruchs entstehen, in der u. U. ein bisher passiver Schüler mit Begeisterung bei der Arbeit ist.
In diversen Mosaikprojekten mit Grundschülern, Hauptschülern und Schülern aus sozialen Brennpunkten (E-Schule) konnten wir an vielen Beispielen erleben, wie Schüler an der Arbeit am Mosaik erwachen und erwachend an sich selbst in der praktisch-künstlerischen Arbeit das von allen Lehrern sehnlichst erwartete Interesse an der Welt zeigten. Mittlerweile wurde zu diesem Thema ein Film gedreht, der anschaulich den Vorgang dokumentiert.
Ziel des Kunst-Projektes sollte es sein, das Erlernen künstlerischer Fähigkeiten mit einem konkreten Ziel zu verbinden, z. B. die Eingangshalle der Schule mit einem schönen Mosaik zu schmücken oder einen bislang vernachlässigten hässlichen Schulflur neu zu gestalten. Das Ergebnis dieser Vorgänge könnte sein, dass auch die Identifizierung mit der Schule zunimmt, wenn ein Stück des Schülers selbst dort zu finden ist.
Das entscheidende "Werkstück" eines solchen Projektes ist aber immer der Schüler selbst.
In den Worten Schillers "der Mensch ist nur da ganz Mensch wo er spielt" steckt eine grundlegende pädagogische Wahrheit. Einem schwierigen Jugendlichen ein Stück "Identifikationsmöglichkeit" ohne direkten Zwang zu ermöglichen und dabei alle Möglichkeiten zu nutzen um über das spielerische Tun zu Fragen der Arbeitshaltung etc. ins Gespräch zu kommen, ist Ziel dieses Projektes, dass z. B. das Thema "Natursteinmosaik" und "Wandgestaltung/Wandbild" zum Thema hat.
Im Steinmosaik vereinen sich malerische, grafische und zeichnerische Anforderungen mit praktisch handwerklichen Komponenten wie Steine knacken, Beton mischen und Rahmen bauen. Die Schüler können beim Erlernen von malerischen Gestaltungstechniken Grundlagen der Farbenlehre, des Farbenmischens und malerischer Techniken erlernen.
Der Autor dieser Zeilen ist Mitherausgeber eines renommierten Buches (Jahresbestbuch der Schweiz) über Steinmosaikbau u. a. mit Schülern, er hat kunstpädagogisch z. B. mit jugendlichen Straftätern gearbeitet, er hat eine heilpädagogische und pädagogische Ausbildung und war über 10 Jahre in der Normal- und Sonderpädagogischen Schule tätig. Zur Zeit ist er mit seinem Atelier vielen Bereichen des öffentlichen Lebens als gestaltender Künstler tätig (http://www.kallerkunst.de/), aber sein Weg führt ihn immer wieder auch in Schulen.
Seine konkrete Arbeit in Schulen finden sie unter http://www.farbe-und-mensch.de/ dokumentiert.
Robert Kaller, Dortmund, den 13.06.06
zurück